Über uns

Das Gesellschaftsklimabündnis hat das Ziel, das gesellschaftliche Klima in Österreich zu verbessern, damit die in der Gesellschaft vorhandene Vielfalt an Lebensentwürfen und Weltanschauungen anerkannt und gewürdigt wird. Es wurde vom Netzwerk Rechte-Chancen-Vielfalt gemeinsam mit weiteren Einrichtungen aus Zivilgesellschaft, Wirtschaft, Politik und Verwaltung entwickelt. Am 19. April 2013 wird das Gesellschaftsklimabündnis bei einer Konferenz im Parlament offiziell aus der Taufe gehoben. Gastgeberin ist Nationalratspräsidentin Mag.a Barbara Prammer.

Beim Gründungsakt am 19. April stellen die BündnispartnerInnen konkrete Projekte zur Verbesserung des Gesellschaftsklimas vor. Diese werden am 18. April in einer öffentlichen Projekt-Werkstatt (Achtung Anmeldung erforderlich) auf Schiene gebracht. Mit einer Deklaration verpflichten sich die UnterzeichnerInnen zur Verbesserung des Gesellschaftsklimas auf Basis von Menschenrechten und Diversität.

Wer steht hinter der Initiative Gesellschaftklimabündnis

Das Gesellschaftsklimabündnis wurde initiiert vom Netzwerk Rechte-Chancen-Vielfalt, einer österreichweiten NGO-Plattform, deren Mitglieder in den Bereichen Integration, Asyl und Anti-Diskriminierung tätig sind. Darunter Organisationen wie die Caritas der Erzdiözese Wien, die Volkshilfe, SOS-Mitmensch, ZARA, Diakonie Österreich, Interkulturelles Zentrum, „asylkoordination“, Verein Projekt Integrationshausund viele andere mehr. Gegründet wurde das Netzwerk im Frühjahr 2008 im Zuge der „Integrationsplattform“ der Bundesregierung mit dem Ziel, einen umfassenden Integrationsbegriff zu forcieren.

Konkretisiert wurde das Gesellschaftsklimabündnis im Austausch mit VertreterInnen aus Zivilgesellschaft, Wirtschaft, Politik und Verwaltung – wie zum Beispiel AMS Österreich, Arbeiterkammer Wien, Sozialministerium, Bundesjugendvertretung, Grüne Bildungswerkstatt, ÖAMTC, Industriellenvereinigung, ÖGB, Städtebund, Presseclub Concordia u.v.a.m. Bis heute wurden in Gruppen eine Grundsatzerklärung erarbeitet und mehrere konkrete Projekte vorbereitet

Worum es den InitiatorInnen geht

In den vergangenen Jahren wurde speziell die Frage der Migration zum politischen Reibungspunkt gemacht. Dies hat das gesellschaftliche Klima in Österreich maßgeblich beeinflusst. Daher will das Gesellschaftsklimabündnis darauf hinwirken, dass Pluralismus anerkannt und geachtet wird. Dabei geht es um mehr als die Anerkennung von Vielfalt – es geht um Gleichberechtigung in allen Lebensbereichen: Bildung und Berufswahl, Arbeit und Einkommen, Gesundheit, Wohnen, Freizeit und politische Partizipation. In konkreten Projekten sollen etwa das Gesellschaftsklima in Gemeinden analysiert und verbessert oder ein Modell für eine Betriebsvereinbarung gegen Diskriminierung und für gelebte Diversität entwickelt werden. Ein weiteres Projekt bereitet einen jährlichen Gesellschaftsklima-Tag vor.

Was das Gesellschaftsklimabündnis erreichen will

Es ist wichtig festzuhalten, dass Österreich ein Ein- und Auswanderungsland war, ist und auch bleiben soll. Über alle Bundesländer hinweg  ist jede sechste Person außerhalb Österreichs geboren. In Kürze werden in Österreich eine Million Menschen ohne österreichische Staatsbürgerschaft leben. Um mit dieser Realität umzugehen, muss ein entsprechendes Klima gepflegt werden. Der bereits existierende Pluralismus in Österreich muss Teil des Selbstverständnisses der österreichischen Gesellschaft werden. Dazu gehört, zuzuhören und zu diskutieren, statt abzuwerten und Vorurteile zu kultivieren.

Für die Wahrnehmung von Chancen, für die Entfaltung seines Potenzials und für die Mitgestaltung der Gesellschaft braucht der Mensch Sicherheit und Verlässlichkeit. Eine aktive gesellschaftliche Beteiligung schafft Zugehörigkeit. Daher setzt sich das Gesellschaftsklimabündnis dafür ein, dass für alle dauerhaft in Österreich lebenden Menschen Aufenthalts- und soziale Sicherheit gewährleistet wird sowie politische Teilhabe und Einflussnahme möglich ist.

In Österreich, wo Antipathie gegenüber MigrantInnen nach wie vor stark verankert ist, sind Rassismus und Diskriminierung ein ernstzunehmendes gesellschaftliches Problem. Rassistische Einstellungen und diskriminierende Praktiken beeinträchtigen die davon betroffenen Personen in nahezu allen Lebensbereichen. Daher will sich das Gesellschaftsklimabündnis dafür einsetzen, dass Diskriminierung in allen Bereichen geächtet, sanktioniert und somit zurückgedrängt wird.

Wie das Gesellschaftsklimabündnis umgesetzt wird

Das Gesellschaftsklimabündnis soll keine reine Absichtserklärung sein. Neben den konkreten Projekten verpflichten sich die UnterzeichnerInnen nicht nur dazu, sich allgemein für ein gleichberechtigtes Zusammenleben aller in Österreich einzusetzen. Vielmehr wollen die einzelnen Organisationen bei sich selbst beginnen und mit gutem Beispiel vorangehen.

Etwa die eigenen Strukturen, Policies und Aktivitäten im Sinne des Gesellschaftsklimabündnis zu verbessern, noch vorhandene diskriminierende Praktiken zu durchbrechen  und Denkweisen der Gleichberechtigung zu schaffen bzw. zu forcieren.

Zudem sollen der Mehrwert von Gleichberechtigung über das eigene Netzwerk hinaus kommuniziert und die Öffentlichkeit über die eigenen Aktivitäten und Fortschritte informiert werden. Die UnterzeichnerInnen verpflichten sich, ihre eigenen Praktiken und Policies zu evaluieren und darüber  regelmäßig  schriftlich zu berichten.

Nicht zuletzt sollen die Entwicklungen zur Umsetzung des Gesellschaftsklimabündnis dokumentiert und alle zwei Jahre auf einer Konferenz diskutiert werden.

 

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